Gärten in Schottland


INHALT
  • nicht nur in England auch in Schottland gibt es grossartige Gärten und Parkanlagen

  • der botanische Garten in Edinburgh ist der älteste in Schottland

  • der Inverewe Garden ist nicht nur  eine Touristenattraktion, sondern auch einer der nördlichsten Gärten Schottlands

Die Briten sind berühmt für ihre Gartenkunst und auch Schottland bildet dabei –trotz des notorischen Wetters –keine Ausnahme. Im Guide der Organisation “Scotland’s Gardens” wurden 1932 über 500 Gärten in Schottland gelistet, viele davon im Privatbesitz und Teil großer herrschaftlicher Landhäuser des schottischen Adels. Während des 2. Weltkrieges schrumpfte die Anzahl der Gärten in Schottland auf ca. 300, die zudem für den Anbau von Gemüse und Obst genutzt wurden.

Obwohl viele Gärten mit einer reichen Auswahl an schottischen Pflanzen mittlerweile für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, befinden sich immer noch die meisten schottischen Gärten im Privatbesitz und können nicht besichtigt werden.

Der National Trust for Scotland pflegt 70 Gärten in Schottland, wovon 35 größere Gärten sind und der Rest mit Museen assoziiert sind.

 

Royal Botanic Garden Edinburgh

Der botanische Garten ist beides: wissenschaftliche Institution und Touristenattraktion sowie Erholungsraum für Familien und Anwohner. Er wurde ursprünglich 1670 gegründet, um medizinische Pflanzen anzubauen und ist der zweitälteste Botanische Garten in Großbritannien nach Oxford. 1858 wurde das Palm House gebaut, dass bis heute das höchste im Lande ist. Der Garten beinhaltet 31 ha Land mit Kräuter- und Gesundheitsgarten, Waldgarten, Torfwänden, Steingarten, chinesischem Hügel, alpinen Pflanzen und Glashäusern.

Das wissenschaftliche Zentrum für Botanik verfügt über weltweites Renommee und hat 34 000 Pflanzen mit 17 000 verschiedenen Arten aus der ganzen Welt unter seinem Dach versammelt (7% aller bekannten Pflanzenarten).

Der Garten verfügt zudem über ein riesiges Herbarium, eine enorme Kollektion von Pflanzen zurückdatierbar bis ins Jahr 1697, das über 2 Mio. Exemplare enthält.

Die Distler ist die Nationalpflanze Schottlands.
Der Garten des Dunrobin Castle ist einer der wenigen formalen Gaerten in Schottland.
Der Crarae Garden liegt am Ufer des Loch Fyne in Argyll.
Der Crarae Garden im schttischen Argyll hat eine herrliche Auswahl an Rhododendren.

Malleny Garden

Die Gartenanlage liegt zwar am Rande von Edinburgh, beim Betreten des Gartens fühlt man sich aber wie in eine in andere Welt versetzt. Malleny House, das 1637 von Sir James Murray of Kilbaberton gebaut wurde, ist nicht öffentlich, aber ein herrlicher Hintergrund für die 3 Acker Gartenlandschaft. Seit 1968 befindet sich Malleny Garden im Besitz des Nation Trust for Scotland. Das Zentrum des Gartens wird von  den 4 Aposteln dominiert, 4 herrlich manikürte Eibenbäume, die mehr als 400 Jahre alt und die letzten Überlebenden sind, was vorher einmal die 12 Apostel waren. Diese standen hier bis 1961 und das seit 1603 (acht davon wurden abgeholzt, weil sie einem Flügel des Hauses zu viel Licht genommen haben). Der Garten ist ein gutes Beispiel altertümlicher Heckenschnittkunst, mit exzellenten Staudenrabatten und einer bedeutenden Kollektion an alten Rosen aus dem 19. Jahrhundert.  Der kunstvoll angelegte Gemüse- und Kräutergarten mit einem interessanten geometrischen Design wird von Landschaftsarchitekten bewundert (Potager Style: französischer Begriff für einen ornamentalen Küchengarten, wo Blumen zwischen das Gemüse gepflanzt werden, um ein einheitliches, harmonisches Bild zu erhalten).  Früher war in Malleny Garden die ‘Scottish National Bonsai Collection’ – schottische Bonsai Sammlung - beheimatet und in den zwei  viktorianischen Gewächshäusern wurde früher Wein kultiviert. Der Freundeskreis ‘Friends of Malleny Garden’ setzt sich seit den 80er Jahren für den Erhalt des Gartens ein. 

Little Sparta

Der Garten von Ian Hamilton Finlay liegt 280 m über dem Meer in den Pentland Hills versteckt. Auch wenn in Edinburgh selbst nie Schnee fällt, eine halbe Autostunde entfernt in den Bergen sind die Winter streng und kalt. Bereits im September werden die Skulpturen des Künstlers schützend ummantelt oder kältefest verpackt in Speicher geschafft. Erst im Juni nehmen sie erneut Beziehung zu den Elementen auf, zu Wasser, Steinen, Erde und Pflanzen.

Zwischen Lupinen, Gräsern, Teichen und Bächen beginnt die Wunderwelt Finlays dann aus Märchen, Mythen und Geschichten zu erzählen.

Little Sparta, ein Paradox an willfähriger Zerbrechlichkeit und unlöschbarer Vollendung, wurde 2004 von über 50 Artisten, Galerie-Direktoren und Kunstprofessoren nach der Glasgow School of Art und Raeburns „Skating Minister“ zum bedeutendsten schottischen Kunstwerk gewählt.

Als Finlay und seine Frau Sue im Herbst 1966 auf die herrenlos verfallene Farm in Stonypath zogen, war das Land ein verwittertes Durcheinander an ruinösen Gebäuden, schlammigen Pfaden und überwachsenen Misthaufen. Die Straße, die sich von Dunsyre hinauf zur Farm quälte, war steinig, zerfurcht und aufgestoßen vom Regen und den Hufen der Schafe und Rinder. Die Felder und das Moorland herum wirkten windgepeitscht und karg. Stonypath, wie Little Sparta offiziell heißt, war der verwahrloste Überrest des schweren, bäuerlichen Lebens, das von ihm verschwunden war, als die Finlays das kahle und ungepflegte Land in ein einzigartiges Kunstwerk transformierten. Ihr zweites Kind Aileen schlief unter dem einzigen Obstbaum in einer weißen Wiege als Ian erste Pflastersteine aus ihrer Ruhe brachte, Beton mixte, Ziegelpfade legte, Teiche und versunkene Gärten auszuheben und das unberührte Moorland umzugraben begann. Aufgestachelt durch das intuitive Gespür seiner Frau, die richtigen Pflanzen auszuwählen, bändigte er wilde Grasflächen und wuchernde Sträucher, pflanzte er Bäume, einheimische Farne und Blumen an. Wenn er früher Papier oder freistehende Pappen dazu verwandte, seine „greifbare Poesie“ in Landschaftsobjekte umzuwandeln, dichtete er sich in den nächsten 25 Jahren mit 275 Kunstwerken in Garten als Ausdruck seines kreativen Geistes ein. Steinmetze und Zeichenfräser gingen ihm bei den Skulpturen, Sonnenuhren und tempelartigen Gebäuden, den eingemeißelten Polemiken und philosophischen Aphorismen zur Hand. Bis zum Ende seines Lebens im März 2006 hat Finlay sein Gartenreich gestaltet und mit Zarten und Herausforderndem, Intellektuellen und Emotionalem, Ernsthaftem und Spielerischem beschriftet.

Inveresk Garden Lodge

In einem charmanten Vorort von Edinburgh findet man ein weiteres Juwel schottischer Gartenkunst. Die Inveresk Lodge wurde 1683 gebaut und war bis 1911 das Zuhause der Wedderburn Familie, die mit Zuckerplantagen und Sklavenhandel zu großem Reichtum gelangten. 1911 gelangte das Grundstück in den Besitz von John Brunton, dessen Firma die Drahtseile der Forth Road Bridge angefertigt  haben. Während des 2. Weltkrieges wurde der Garten genutzt, um Gemüse anzubauen und die Menschen zu pflegen. Zu dieser Zeit, zu Beginn des 20.Jahrhunderts, waren hier auch mal 4 Gärtner beschäftigt.  Heute gehört der Hanggarten dem National Trust for Scotland, der einen  Gärtner beschäftigt, der die Staudenrabatten und schönen Rosen pflegt.

Inverewe Gardens

Auf einem Felsvorsprung über dem malerischen Loch Ewe blüht, rankt und gedeiht der weltberühmte Garten von Osgood Mackenzie. Als dieser 1862 mit seinem Vorhaben begann, trauerte eine nur 3 Fuß hohe Weide auf dem ansonsten kargen Land. Mit Hilfe des milden Golfstromklimas, der Entwässerung des Bodens und seiner Anreicherung mit importierter Erde und Lehm wetteifern heute hunderte Düfte und Farbnuancen exotischer Pflanzen unter der pflegenden Hand des NTS um die Sinne und das Entzücken der Besucher.

Ornamentalen Bäume und Sträucher wie Eukalyptus, Oleander und Rhododendren geben subtropischen Pflanzen aus der ganzen Welt Geborgenheit.        

The Younger Botanic Garden

Der Royal Botanic Garden in Edinburgh verdankt seine schönste Außenanlage einem Geschenk von Harry Younger. Die in feinen Proportionen angelegten Gärten, bewaldeten Haine und üppig bepflanzten Terrassen  rufen verschiedenste Stimmungen hervor. Im Koniferen Pimetum riecht die Luft süß und würzig.

Crarae Garden

Die bewaldeten Ufer des Loch Fyne wirken so üppig wie die Dschungel von Borneo. Ahorne, Eschen und Birken wurden zwischen zahlreichen Bächen jahreszeitlich arrangiert. Mittendurch mäandert der Crarae Burn, den mehrere Brücken überspannen und der durch eine felsige Schlucht über Kaskaden durch den Garten fließt. Die vielen Büsche, Bäume und das rauschende Wasser erinnern an Täler im Himalaya.  Seit 2001 befindet sich der Garten im Besitz des National Trust for Scotland.

Botanischer Garten Glasgow

An der Great Western Road, die früher eine Zollstraße war, für deren Benutzung man bezahlen musste, verbreitet das grüne Paradies des Botanischen Gartens erholsame Frische. Die Stahlkonstruktion des Kibble Palace wurde 1963 am Ufer des Loch Long von John Kibble erbaut und erst 10 Jahre später auf einem Floß nach Glasgow gebracht.

Threave Garden

Die viktorianischen Threave Gärten, die zum Herrschaftssitz von Threave Castle gehören, werden seit 1960 vom National Trust of Scotland betreut. Das Anwesen ist 26 ha groß und besteht aus zwölf eigenständigen Themengärten. Einem Alpingarten zum Beispiel mit Pflanzen aus allen Gebirgsgegenden der Erde. Hier wächst auch Dierama, des Engels Angelrute, ein Schwertliliengewächs aus Südafrika mit intensiv rosafarbenen Blüten. Außerdem gibt es einen Teich- und Wassergarten, einen Rosengarten, einen Schatten-, einen Terrassen- und Rhododendrongarten. Und einen opulenten Walled Garden, einen ummauerten Nutzgarten, natürlich. Hier wird nach wie vor angebaut, was die Küche benötigt. Unter den kleinen Schutzhauben kann man  Wärme liebende Kulturen wie Brokkoli und Paprika verfrühen, aber auch Lauch, Zwiebeln, Salat, Mangold und Bohnen kultivieren.

Die Gärten wurden zusammen mit Threave House 1872 von William Gordon, einem Geschäftsmann aus Liverpool angelegt. Seinen Familiensitz wandelte man später in Studentenwohnungen um, denn Threave Garden ist heute eine zentrale Ausbildungsstätte für Gärtner, die hier lernen, wie man Rasen anlegt und Stauden, Gehölze, Salat und Gemüse vermehrt.

Dawyck Garden

Seit über 300 Jahren werden in Dawyck Bäume gepflanzt, so dass die Außenstelle des Royal Botanic Garden von Edinburgh eines der feinsten Arboreta weltweit ist. In einem malerischen Tal der Borders gelegen kann der Garten mit einigen der höchsten Bäume Großbritanniens prahlen, genauso wie mit exotischen Koniferen und der einzigartigen Dawyck Buche. Reizvoll zu jeder Jahreszeit blühen im Frühjahr Rhododendren und Azaleen und ein blaues Meer an Himalaya Mohn.

Das immer wechselnde Kaleidoskop an jahreszeitlichen Farbtönen kulminiert im Herbst, wenn das Blattwerk in rote und goldene Schattierungen ausbricht.

Kailzie Gardens

Lady Buchan-Hepburn, in deren Privatbesitz der Garten steht, begann 1962 das wildwuchernde Anwesen des West Kelloch Estate zu zähmen. 220 m über dem Meer am südlichen Ufer des Tweed gelegen, können die Winter hier sehr lang und streng werden und Frost in jedem Monat des Jahres die Witterung bestimmen. Ein üppiger Gemüsegarten, ein Wildpark mit vielen Wald- und Flußwegen und die uralte Kailzie Lärche, die dem Laird of Kailzie 1725 zum Geschenk gemacht wurden, machen einen Besuch der Anlage wertvoll.

Drummond Castle Gardens

Die lange Buchenallee wurde nach einem Besuch Königin Victorias gepflanzt und führt in die prachtvollen Anlagen von Drummond Castle. 1490 ließ Lord Drummond sein Palais auf einer Felsnase bauen. Der Rennaissancegarten wurde aber erst im 17.Jahrhundert nach französischem Vorbild als Terassengarten angelegt. Später ergänzte, eklektizistische Details wie Brunnen und Statuen zitieren den italienischen Gartenbau.