Landwirtschaft in Schottland


INHALT
  • Agrarflächen vor allem in den Lowlands und an der Ostküste

  • die Rinder-und Schafzucht machen den Grossteil der schottischen Landwirtschaft aus

  • Crofting: die umweltschonende Landwirtschaft der kleinen Höfe

In Schottland werden ca. 75% der Landfläche für die Landwirtschaft genutzt. Davon werden 25% als Ackerland und 50% als Weideland bewirtschaftet. Geschätzte 10% der schottischen Bevölkerung arbeiten als Vollzeit- oder Teilzeit-Bauern. Das raue Klima und die Mittelgebirgslage macht es den Bauern jedoch schwer, mit der Landwirtschaft allein ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aus diesem Grund wird die schottische Landwirtschaft stark von der EU gefördert. Die meisten Bauern arbeiten auch nicht in Vollzeit auf dem Hof, sondern pachten ein wenig Land mit einem Haus, einem sogenannten ‘croft’ und haben noch einen Nebenerwerb. Mehr als 50% der schottischen Landfläche gehören dabei weniger als 500 Familien, was zu einer ungleichen Verteilung des Grund und Boden führt, die man sonst in keinem anderen Land Westeuropas findet.

Der Großteil der landwirtschaftlichen Erzeugnisse wird mit der Schaf- und Rinderzucht bzw. mit Milchprodukten und Wolle verdient.

Im Getreideanbau hat man am meisten mit den schottischen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Aufgrund der hohen Regenmenge in den Highlands und den starken Winden vom Atlantik können nur in den geschützten Lagen Getreide wie Gerste, Weizen, Hafer und Kartoffeln angebaut werden. Mais kann z.B. höchstens in den Borders, der Grenzregion zwischen Schottland und England gedeihen. Seit die EU die Förderungen bereitstellt, wird in Schottland auch Raps angebaut.  Vor allem die eher flachwelligen Regionen der Lowlands und an der Ostküste Schottlands eignen sich für den Ackerbau. Hier wird auch ein Großteil der Gerste für die Produktion schottischen Whiskys erwirtschaftet. Die Region Perthshire ist  vor allem für den Anbau von Erdbeeren und Himbeeren bekannt.  

Die zotteligen Hochlandrinder, die sogenannten Highland Cattle kann man in Schottland überall sehen.
Seit die EH Förderungen bereitstellt, wird der Raps auch in Schottland angebaut.
Die Erdbeeren in Schottland werden vor allem in der Region Perthshire angebaut.
Die Schafzucht bildet einen wichtigen Teil der Landwirtschaft in Schottland.

Crofting

Crofting ist eine Form der Landverpachtung, die sich so nur in Schottland, Irland und der Isle of Man entwickelt hat und deren Ursprünge in die Zeit der Clans zurückgehen. Zu einem Croft gehört in der Regel ein Haus, je nach Bodenbeschaffenheit 2 bis 4 Hektar Land für den Anbau von Getreide, Obst und Gemüse. Ausserdem erhält jeder Crofter das Recht, den –oftmals in den Bergen gelegenen - Gemeindeboden gemeinschaftlich zu Weidezwecken zu gebrauchen. Das Crofting ist heutezutage die verbreitetste Form der Landwirtschaft im Hochland, aber sie ist nicht die einzige. Die Crofters sind vielmehr eine privilegierte Schicht unter den Pächtern, denn 1981 lief ein von der EG unterstütztes Regierungsprogramm an, das den Croftern mit finanziellen Hilfen ermöglicht, ihre Erträge und damit ihr Einkommen zu erhöhen.

Das Crofting Programm basiert auf der Erkenntnis, dass die traditionelle Wirtschaftsweise der kleinen Höfe umweltschonend ist.

Auch verhindern Crofts das Entstehen von sogenannten Agrarfabriken. Aber das Crofting kann trotz staatlicher Hilfe auch heute noch kein volles Einkommen gewährleisten: die meisten der ca. 17 000 Crofter sind nebenbei noch als Arbeiter oder Fischer tätig.

Schafzucht

In den Highlands und auf den Inseln besteht die Landwirtschaft zum Großteil aus der Schafzucht, die des Fleisches und weniger der Wolle wegen gehalten werden. Die Schafe sind allesamt widerstandsfähige Rassen, die mit Ausnahmen das ganze Jahr über auf den Weiden bleiben. Die Schafe werden nur zum Schären und Lammen eingesammelt. Unter den Schafsrassen findet man überwiegend die weißen ‘cheviots’, die ‘lintons’ mit dem schwarzen Gesicht und die mehrfarbigen ‘Shetland sheep’.

Rinderzucht

Neben dem zotteligen ‘Highland Cattl’e findet man in Schottland auch das bullige ‘Angus-Rind’ sowie die kleinen, stämmigen ‘Galloway-Rinder’. Auf den Milchfarmen ist natürlich auch die schwarzbunte Frieslandkuh verbreitet. Schottisches Fleisch und schottische Zuchtrinder genießen nicht nur in der schottischen Küche