Die Geologie Schottlands


INHALT
  • Schottlands Geologie ist ein Faszinosum und begann vor 650 Mio Jahren

  • die Erosion während der Eiszeiten formte das heutige Schottland

  • der Lewisian Gneiss gehört zu den ältesten Gesteinen Europas

Geologisch begann Schottland vor 650 Mio. Jahren am Südpol als Teil von Laurentia, der Erdplatte, die später auch Nordamerika und Grönland bilden sollte. Mit Irland zusammen bildete das heutige Schottland damals eine vorgelagerte Inselgruppe des Kontinents. Als dann der Kontinentaldrift begann, bewegte sich Laurentia gen Norden bis es vor 400 Mio. Jahren sogar am Äquator lag (410 – 260 Mio. Jahre), ein Grund dafür, dass der Sandstein in Wüsten und Korallenriffs zu finden ist. Während der Wanderung bildeten sich die ersten Gebirgszüge des schottischen Hochlandes (500 Mio. Jahre).

Zur selben Zeit (425 – 320 Mio. Jahre) ist diese Inselgruppe dann mit dem späteren England und Wales (Baltische Kontinentalplatte) aufeinandergeprallt, wobei sich die Highlands und Southern Uplands ausgebildet haben.

Die schottischen Gebirgszüge haben damals wahrscheinlich ähnliche Höhen wie Alpen oder sogar der Himalaya gehabt (zwische. 4.800 und 8.800 m).

Sie sind erst durch Erosion auf das heutige Maß abgeschliffen worden. Bei diesem Aufprall entstand auch eine tektonische Verwerfung, das Great Glen, das sich rund 100 km lang von Fort Wiliam am Atlantik bis nach Inverness an der Nordsee erstreckt. Diese Linie unterteilt das schottische Hochland in die Nordwest-Highlands und die Grampians. 

Die Geologie der schottischen Highlands ist faszinierend. Einige Gesteine gehören zu den ältesten Europas.
Der Lewisian Gneiss auf den schottischen Hebriden gehört zu den ältesten Gesteinen Europas.
Die geologische Skizze zeigt, wie Schottland durch Erosion sein heutiges Aussehen erhielt.

Das spätere Nordamerika und Grönland machten sich dann vor ca. 60 Mio. Jahren auf den Weg in den Westen. Es ist also nicht überraschend, daß Fossilen und Dinosaurierfunde in Schottland nicht dieselben sind wie in England & Wales, sondern vergleichbar mit denen in Kanada und in den USA. Beim Abwandern der zukünftigen nordamerikanischen Landmassen entstanden um die britische Insel zahlreiche Inseln durch abkühlende Vulkanlava, die an die Oberfläche trat. So wurden die Hebriden gebildet, die demnach relativ jung im Vergleich zum Festland sind. Mit einer Ausnahme:

An der Westküste, auf der Insel Lewis und auf Shetland sind noch heute Reste des ältesten bekannten Gesteins Europas zu finden: Der nach dem ursprünglichen Fundort benannten der Lewisian Gneiss.

Dabei handelt es sich um vulkanisches Gestein, das ca. 3.400-2.900 Mio. Jahre alt ist, bis zu 40km tief in der Erde begraben lag und durch den hohen Druck und Temperaturen von 800-1.000˚C geformt wurde. Dadurch wurde es gleichzeitig unglaublich hart, so daß es Erosion besser standhielt, als dem umgebenden Gestein. 

Die Erosion, die Schottland so formte, wie es heute noch aussieht, war bedingt durch die 5 Eiszeiten. Damals haben in Schottland bis zu 2 km dicke Eisschichten das Land bedeckt. Gletscher haben sich förmlich ins Land gefräst und die typischen, U-förmigen Täler, Firths und Lochs geformt. Das sich mit unheimlicher Kraft fortbewegende Eis hat auch vielfach Kratzspuren auf Felsen hinterlassen, Berge und Vulkane abgetragen oder an den Hängen der Highlands Tausende von Findlingen hinterlassen.

Der Vulkanfelsen von Edinburgh Castle ist eines der Beispiele für die Erosion und dadurch zu seinem heutigen Aussehen gelangt: Gletscher, die ostwärts zur Nordsee strebten haben das lockere Gestein an der Außenseite des Vulkans abgetragen, bis nur noch die erstarrte und extrem harte Lava des Vulkanschlotes übrig war. Im „Windschatten“ des Schlotes haben die Gletscher dann Sedimentgestein und allerlei Felsbrocken abgeladen und somit die abgeflachte Ostseite und einzigen Zugang zum Gipfel geformt.

Das Tauwetter zwischen und nach den Eiszeiten war nicht weniger folgenreich: Die Wassermassen spülten Sedimentgesteine und Ablagerungen von den Vulkanen und Bergen ab und sorgten so für weitere Erosion. Außerdem gibt es noch ein interessantes Phänomen an den schottischen Küsten aus dieser Zeit: Die sogenannten ‚raised beaches‘. Durch das Tauwetter stieg damals der Meeresspiegel an und das Meer formte Strände an den Küsten. Mit der Zeit hob sich allerdings auch das Land – immerhin waren die tonnenschweren Eismassen nach und nach verschwunden. Das Ergebnis sind flache, strandähnliche Formierungen und Auswaschungen, die jedoch weit über dem Meeresspiegel liegen.