Die schottische Literatur


INHALT
  • Burns und Scott gehören zu den bekanntesten schottischen Literaten

  • das Schattendasein der gälischsprachigen Literatur Schottlands

  • Edinburgh: UNESCO Weltliteraturstadt

Robert Burns

Die schottische Literatur beginnt zwar nicht mit Robert Burns (1759-1796), betrat mit seinen zahlreichen Gedichten, Liedern und politischen Texten erstmals die international Bühne. Sein berühmtes Lied ‘Auld Land Syne’, das in der Silvesternacht (Hogmanay) gesungen wird, ist nicht nur mit schottischen, sondern gesamtbritischen Traditionen verbunden, und seinem Geburtstag, dem 25. Januar, wird ihm zu Ehren der Burns Supper gefeiert.

Sir Walter Scott

Die ersten richtigen schottischen Bestseller eroberten mit Sir Walter Scott (1771-1832) auf den Buchmarkt. Der in Edinburgh geborene Scott ist der auch im Ausland bekannteste schottische Schriftsteller und Begründer des historischen Romans. Mit seinen romantisierenden und historisierenden Werken war Scott war für zwei große Trends verantwortlich: Er machte den historischen Roman popular und belebte mit seiner Erschaffung schottische Mythen die Highland-Kultur, die nach den Jakobitischen Rebellionen ein Schattendasein führte. Sein Haus in Abbotsford nahe Melrose, in dem 1832 verstarb, kann besichtigt werden.

Robert Louis Stevenson

Immer wieder gern gelesen und oft verfilmt sind die Buch-Klassiker von Robert Louis Stevenson (1850-1894). Die Stevenson-Familie gehört zu einer Dynastie bekannter Leuchtturmbauer, weshalb Stevenson nicht nur mit den Küstenregionen Schottland vertraut und diese literarisch verarbeitet hatte, sondern auch Ingenieurswesen studierte, bevor der sich gegen den Willen des Vaters der Literatur zuwandte. Berühmte Bücher wie die ‘Schatzinsel’ oder ‘Entführt’ wurden zum Teil mehrfach verfilmt. In der Schauererzählung von ‘Dr. Jekyll und Mr. Hyde’ widmet sich Stevenson dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung und im überhöhten Sinne der Gespaltenheit Edinburghs. 

Das Writers Museum in Edinburgh illustriert die Biografien bekannter schottischer Schriftsteller wie Scott, Burns und Stevenson.
Das Edinburgh Bookfestival ist eines der groessten Buchfestivals der Welt.
Der schottische Schriftsteller Sorley MacLean ist einer der bekannten Vertreter der gälischen Literatur in Schottland.
Sir Walter Scott ist einer der bekanntesten schottischen Schriftsteller und hat ein umfassendes lterarisches Oevre hinterlassen.

Sir Arthur Canon Doyle

Sir Arthur Canon Doyle (1859-1930) hat mit Sherlock Holmes und Professor Challenger zwei weitere unvergessliche Literaturfiguren geschaffen. Als Schiffsarzt umreiste Doyle die Welt und publizierte die Detektivgeschichten des Meisterschnüfflers Sherlock Holmes nach seiner Rückkehr mit 28 Jahren. Während Holmes Züge eines früheren Dozenten der Edinburgh University, Joseph Bells, trug, gedachte Doyle sich selbst die Rolle des Dr. Watson zu.  Die von Doyle in seinen Romanen beschriebenen deduktiven Methoden der Kriminalistik waren den Polizeimethoden ihrer Zeit voraus.

Hugh MacDiarmid

Hugh MacDiarmid (eigentlich Christopher Murray Grieve, 1892-1978) verfasste einige seiner Werke in Scots und wollte die “Schottische Renaissance” einleiten, eine kulturelle Bewegung des frühen 20. Jahrhundert. Politisch überaus aktiv beleuchtet sein Gedicht ‘A Drunk Man Looks at the Thistle’ die kulturelle und politische Situation Schottlands und gilt als sein bedeutendstes Werk.

George Mackay Brown

Der in Stromness auf den Orkney Inseln aufgewachsene Literat George Mackay Brown (1921-1996) konnte aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung erst mit 34 Jahren studieren. Sein Opus umfasst mehr als 80 Werke, die zum Teil in deutscher Übersetzung vorliegen. Viele seiner Texte wurden von dem Komponisten Peter Maxwell Davies vertont, dessen musikalischen Stil die enge Zusammenarbeit mit Brown nachhaltig beeinflusste.

UNESCO Weltliteraturstadt Edinburgh

In den letzten Jahrzehnten hat sich Edinburgh zur wahren Literaturhauptstadt gemausert und wurde 2005 mit dem Titel Unesco-Weltliteraturstadt ausgezeichnet.  Das jährlich im August stattfindende Edinburgh Book Festival ist mit über 700 Veranstaltungen das größte Buchfestival seiner Art weltweit. J.K. Rowling (1965-) hat im Elephant House Café ihren ersten und im Balmoral Hotel Teile des letzten Harry-Potter-Romans geschrieben. Irvine Welsh (1958-) liess seinen Roman Trainspotting im Hafenviertel Leith spielen. Das Buch beleuchtet die Subkultur von jungen Drogensüchtigen, die in dieser heruntergekommenen Gegend eigentlich nichts anderes machen, außer exzessiv Drogen zu konsumieren und avancierte schnell zum Kultbuch und wurde später sogar verfilmt. Ian Rankin (1960-) ist ein weiterer Literat, der Edinburgh zum Schauplatz gemacht hat und seinen mürrischen Inspektor Rebus die Verbrecherszene entlarven lässt. Der 2013 verstorbene Iain Banks (195402013) wurde von der New York Times als der bedeutendsten Science-Fiction-Autor der Gegenwart bezeichnet. Die britische Times setzte ihn sogar auf die Liste ‘der grössten britischen Schiftseller nach 1945’. Mit Werken wir ‘Comlicity’ und ‘The Wasp Factory’ thematisierte der die düstere Seite der Gesellschaft und die Abgründigkeit der menschlichen Seele.

Gälischsprachige Literatur

Die gälischsprachige Literatur wurde international bisher kaum beachtet. Duncan Ban MacIntyre (englisch für Donnchadh Bàn Mac an t-Saoir, 1724-1812) ist einer der bekannteren schottischen Poeten, der im Zentrum des Golgenden Zeitalters gälischer Posie im 18. Jahrhundert stand. Sein bekanntestes Gedicht ‘Beinn Dorain’  ist viele Strophen lang und huldigt den gleichnamigen Berg in den südlichen Highlands.

Die ‘Highland Clearances’ und die daraus folgende Emmigration Tausender Gälischsprachler schwächten die gälische Sprache, Literatur und Kultur in Schottland im 19.Jahrhundert. Für ihre Kritik an den ‘Clearances’ und die stimmungsvolle Kolorierung der Unruhen überdauerten die Werke von Mary MacPherson (englisch für Màiri Mhòr nan Óran, 1821–98) mehr als die anderer Gälen.

Die Revitalisierung der gälischen Poesie began im 20. Jahrhundert, bekannt unter dem Begriff der ‘Scottish Gaelic Renaissance’, in deren Mittelpunkt Sorley MacLean (englisch für Somhairle MacGill-Eain, 1911–96) stand. Der auf der Insel Raasay geborene Literat schaffte die bis dahin streng beachteten stilistischen Konventionen der Literaturtradition und öffnete die gälische Literartur damit neuen Möglichkeiten. Seine Werke inspirierten eine neue Generation um George Campbell Hay (englisch für Deòrsa Mac Iain Dheòrsa, 1915–1984), Derick Thomson (englisch für Ruaraidh MacThòmais, 1921–2012) und Iain Crichton Smith (englisch für Iain Mac a' Ghobhainn, 1928–98). Trotz seiner Kindheit in einer kleinen presbyterianischen Gemeinde auf der Insel Lewis war Smith Atheist und hatte mit seinem Roman ‘Consider the Lilies’ grösseren Erfo