Tierwelt: die schottische Fauna


INHALT
  • über 300 Vogelarten: Ein Paradies für Ornithologen

  • Delfine, Wale und ein reiches Fischleben

  • riesige Rotwild Populationen, Schafe und Rinder

  • ausgestorbene Tierarten werden z.T. erfolgreich wieder angesiedelt

Schottland hat durch das relativ milde, gemäßigte Klima und die kaum vorhandenen Hitze-und Kälteextreme eine große Vielzahl an Lebensräumen und daher ein reiches Tierleben. In Beobachtungszentren, Natur-und Tierparks, auf organisierten Wildlife-Touren und in freier Wildbahn können die meisten Tiere beobachtet werden. Einige der typischen Tierarten wurden in den letzten Jahrhunderten ausgerottet, andere wiederum durch den Menschen eingeführt.

Vögel

So gibt es  über 250 Vogelarten, die ihren regelmäßigen Brutvogelbestand in Schottland haben. Weitere 300 Vogelarten kann man, da Schottland an zwei großen Vogelfluglinien liegt (z.B. Insel Islay) mit unterschiedlicher Häufigkeit in Schottland beobachten: Ein Paradies für Ornithologen. Unter den oft gesehenen Vögeln findet man vor allem Moorhühner (grouse), Auerhähne (capercaillie), Bussarde und Steinadler (golden eagle, die ca. 20% der europäischen Population ausmachen) und Fischadler (ospreys). 

Wassertiere

Mit fast 10.000 km Küstenlinie, 800 Inseln und unzähligen Seen und Flüssen sind Wassertiere in Schottland zahlreich und in reicher Vielfalt vertreten.

In den Gewässern um Schottland kann man oft Delphine und Wale sichten.

Hier sind vor allem die Flaschennasendelphine ansässig, die bis zu 4 Metern lang werden und vor allem im Moray Firth bei Inverness heimisch sind. Aber auch die Killerwale oder Orkas, die mit bis zu 7,5 m Länge und einem Gewicht von bis zu 6 Tonnen größte Delphinart. Auch Zwergwale und Buckelwale sind in Schottland keine Seltenheit. Immer wieder und immer mehr werden auch Riesenhaie an den schottischen Küsten gesichtet , die sich nur von Plankton ernähren und damit für Menschen völlig ungefährlich sind. Die Haie sind faszinierend anzuschauen, werden bis zu 9 Meter lang und wiegen teilweise mehr als 7 Tonnen. Ebenso sind Seehunde (grey/common seal) zahlreich zu beobachten, entweder auf organisierten Bootstouren, oft aber auch in Hafenbecken oder in Küstennähe, wo Sie sich gerne auf Steinen oder Felsen räkeln.  

Die schottischen Förden wir der Forth of Forth haben ein reiches Vogelleben.
Die schottischen Runder sind nicht nur zahlreich, sondern auch für die Qualität ihres Fleisches bekannt.
In Schottland gibt es mehr Schafe als Menschen, die in den Highlands oft frei herumlaufen.
Im Hafenort Portnahabhain auf der Insel Islay kann man fast immer Seerobben sehen.

Schottlands Flüsse und Küsten sind überaus fischreich und daher ein Paradies für Angler. Hier findet man Lachse, Forellen (Regenbogenforelle und brownies), Kabeljau, Dorsch und Schellfisch. Auch Hechte sind vor allem in den Lochs vertreten, der größte Hecht Grossbriatnniens wurde mit über 23kg Gewicht aus dem Loch Lomond geholt. Immer zahlreicher werden aufgrund von wirtschaftlicher Profitabilität auch Fisch- und Austernzuchten, die vor allem in den Fjorden an der Westküste bedenkliche Folgen für das Ökosystem haben (mehr dazu im Artikel Fischerei in Schottland).

Säugetiere

In den schottischen Highlands findet man Berghasen, die im Winter ein weißes Fell bekommen, Rotfüchse, die immer mehr auch am Rande menschlicher Siedlungen auf der Suche nach Essen gesichtet werden. Auch Hermeline, Dachse, Otter, Wildkatzen und wilde Ziegen (aus entlaufenen Hausziegen entstanden) können in den ländlichen Gegenden beobachtet werden.

Die einzige giftige Schlange in Schottland ist übrigens die Kreuzotter, die man allerdings nur selten zu Gesicht bekommt.

Mit über 300 000 Tieren ist in Schottland eine extreme große Rotwild-Population vertreten. Auch Schafe und Rinder sind zahlreich. Die Rotwildjagd und Schafs- bzw. Rinderzucht sind auch heute noch zwei der beiden größten Wirtschaftsfaktoren in den schottischen Highlands. Die Jagd z.B. bringt dem Land jährlich £1,6 Milliarden und schafft rund 70.000 Vollzeitjobs. 

Ausgestorbene Tiertarten

Zu Zeiten der Römer und im frühen Mittelalter, als riesige Wälder des Caledonian Forest die schottische Landfläche bedeckten, war Schottland berühmt für seine Bären, die sogar bis ins 8./9. Jahrhundert hier gelebt haben sollen. Um die selbe Zeit starben die hier lebenden Luchse aus. Bieber waren in Schottland bis ins 14. Jahrhundert ansässig.

Das Wildschwein, das man viel in piktischen Bildern sieht, starb angeblich im 13. Jahrhundert vollständig aus.

Lange Zeit erzählte man sich in Schottland, dass der letzte Wolf am Findhorn River 1743 gesichtet worden sein soll. Heutzutage weiß man, dass die Wölfe nur bis ins 17. Jahrhundert hinein durch schottische Wälder streiften. Alle in freier Wildbahn ausgestorbenen Tierarten werden - bis auf den Bären - heutzutage in den beiden schottischen Nationalparks am Loch Lomond und in den Grampians wieder angesiedelt.