Fernwanderwege in Schottland


28.10.2025

Wenn Ihr von der Idee einer Langstreckenwanderung begeistert seid, bieten die schottischen Fernwanderwege hervorragende Möglichkeiten, zu Fuß einige der schönsten Landschaften Schottlands zu erkunden.

Schottland ist die Heimat unglaublicher Landschaften, die von zerklüfteten Bergen bis hin zu üppigen Wäldern, stimmungsvollen Moorlandschaften und atemberaubenden Küsten reicht. Bei diesem abwechslungsreichen Angebot ist es nicht verwunderlich, dass über 25 Fernwanderwege über das ganze Land verstreut sind. Die Routen sind charakterlich sehr unterschiedlich, von Abschnitten durch Stadtzentren, über gut ausgeschilderte Überlandrouten bis hin zu wilden, teils weglosen Wanderungen für geübte Wanderer – wie zum Beispiel der Skye Trail.

Egal, ob Ihr ein Wanderer, Radfahrer, Paddler oder Reiter seid, wir haben uns einige dieser Routen angesehen, von Tagestouren bis hin zu mehrtägigen Expeditionen. Erkundet die Landschaften sowie Tierwelt Schottlands und erlebt die erstaunliche Geschichte & Kultur mit schönen Orten, die ihr unterwegs sehen könnt, hervorragende Fotospots sowie die gemütlichen Gasthäusern für ein warmes Mittagessen im Pub.

Wer sich die Routen, Kartenausschnitte und volle Etappenbeschreibungen anschauen möchte, dem empfehlen wir auf Long Distance Walks in Scotland (Walkhighlands) zu gehen.

 

Kurztouren oder Langes Wochenende

West Island Way – 45 km – 1 bis 3 Tage

Der West Island Way war Schottlands erster offizieller Inselfernwanderweg und wurde im Jahr 2000 zur Feier der Jahrtausendwende eröffnet. Man könnte ihn in einem Epos laufen, in zwei oder drei Tagen. Die Route ist ausgeschildert und führt in etwa 45 Kilometern über den Großteil der Insel Bute.

Er bietet abwechslungsreiche Landschaften mit faszinierenden Küstenabschnitten, Stränden, üppigem Ackerland, Mooren und Wäldern sowie schöne Ausblicke auf Arran und die Halbinsel Cowal. Die meisten Wanderer teilen die Route in 3 Abschnitte auf, wobei es an mehreren Stellen möglich ist, von der Route abzuweichen, um z.B. zu Unterkünften in Rothesay zu gelangen. Die Busverbindungen auf der Insel helfen dabei, die Route in die Abschnitte zu unterteilen, die am besten für Euch passen.

Es gibt zwei Fährrouten zur Isle of Bute. Die Hauptverbindung verbindet die Hauptstadt Rothesay mit Wemyss Bay, die wiederum eine Bahnverbindung nach Glasgow hat. Am nördlichen Ende der Insel verkehrt eine zweite Fähre zwischen Rhubodach und Colintraive auf der Halbinsel Cowal. Es kann praktisch sein, Rothesay als Ausgangspunkt für die gesamte Wanderung zu nutzen und öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um zu jeder Etappe zu gelangen.

 

Berwickshire Coastal Path - 48 km – 2 bis 4 Tage

Der Berwickshire Coastal Path erstreckt sich über etwa 48 km von Cockburnspath im Norden bis hinunter zur englischen Grenze und Berwick-upon-Tweed.

Die Route bietet einige hervorragende Wanderungen und führt durch eine dramatische Klippenlandschaft mit Bögen, Felsnadeln und zerfallenden Burgen. Er führt entlang dem St. Abbs Head, ein beliebtes Naturschutzgebiet, das für seine Vogelwelt bekannt ist, und erreicht das attraktive Fischerdorf St. Abbs. Auf dem Weg zur Stadt Eyemouth befinden sich mehrere Sandstrände, bevor die lange Schlussetappe entlang der Klippen führt, um die Grenze zu überqueren.

Der Berwickshire Coastal Path ist für den größten Teil der Strecke gut ausgeschildert und ist relativ einfach mit einigen steilen Auf- und Abstiegen, bei denen man gelegentlich an ungesicherten Klippenkanten vorsichtig sein muss.

 

Three Lochs Way – 53 km – 3 bis 4 Tage

Der Three Lochs Way ist ein Fernwanderweg, welcher Loch Lomond, Gare Loch und Loch Long in vier Etappen verbindet sowie am Anfang und Ende jedes Abschnitts einen Bahnhof hat. Es ist meist mit Wegweisern versehen und die Strecke verläuft meist auf Nebenstraßen und harten Wegen mit einer hügeligen Strecke. Einige Abschnitte verlaufen auf Fußwegen, die an einigen Stellen etwas sumpfig sind.

Die Route beginnt in Balloch, dem Tor zum Loch Lomond National Park, und durchquert die Moore um nach Helensburgh und Charles Rennie Mackintoshs Hill House zu gelangen. Dann geht es hinüber nach Glen Fruin und weiter durch die Truppenübungsplätze hoch über der Atomwaffenbasis in Faslane. Nach einem Abstecher nach Garelochhead geht es weiter durch die Truppenübungsgelände hoch über Loch Long. Arrochar, berühmt für seine Bergsilhouette, ist der nächste Halt, bevor ein letztes Stück durch die Hügel nach Inveruglas am Loch Lomond führt.

 

Kurztouren bis 1 Woche

Loch Lomond and Cowal Way – 90 km – 4 bis 7 Tage

Der Loch Lomond and Cowal Way gilt als eine der landschaftlich schönsten Fernstreckenrouten Schottlands und verläuft über rund 90 Kilometer entlang der Halbinsel Cowal. Sie beginnt in Portavadie, wo die Fähre von Tarbert in Kintyre abfährt, und führt durch Wälder, Wasserfälle, das Ufer von Lochs und Bergpässen auf dem Weg bis Inveruglas - am Ufer des Loch Lomond. Die Route führt durch eine zerklüftete Landschaft mit reicher Tierwelt und ist gut ausgeschildert. Es ist nichtsdestotrotz eine schroffe Route, die mehrere wilde Pässe überquert und einige Abschnitte der Strecke können auch deutlich sumpfig sein.

Dunoon kann mit der Fähre über den Firth of Clyde erreicht werden, die wiederum mit Zügen oder Bussen nach Glasgow verbunden sind. Von hier aus gibt es eine Busverbindung, die Tighnabruaich; Portavadie und Strachur bedient, sowie Anbindungen nach Inveraray und Lochgoilhead. Arrochar teilt sich einen Bahnhof mit dem nahe gelegenen Tarbet am Loch Lomond und ist auch mit dem Bus zu erreichen. Schließlich liegt Inveruglas am Ende des Weges an den Citylink-Buslinien zwischen Glasgow, Fort William und in den Norden.

 

Borders Abbeys Way – 107 km – 5 bis 6 Tage

Der Borders Abbeys Way ist eine Langstreckenwanderung, die vier prächtige Abteiruinen in Melrose, Dryburgh, Jedburgh und Kelso in einem 107 km langen Rundweg verbindet. Die Wanderung besteht aus fünf Etappen, die jeweils in einer attraktiven Stadt enden, und die Route durch Jedburgh nahe der englischen Grenze, den alten Mühlenstädten Hawick und Selkirk, das malerische Melrose und Kelso mit seinen beeindruckenden georgianischen Gebäuden mit gepflasterten Marktplatz führt.

Als Rundkurs ist der Borders Abbeys Way durchgehend ausgeschildert und kann an jeder Stelle gestartet werden. Der Verlauf bietet eine ziemlich geradlinige Wanderung durchs Land, die sich meist auf niedrigeren Ebenen bewegt und eine friedliche landwirtschaftliche Landschaft durchquert, mit nur wenigen Abschnitten, die auf höheres raueres Gelände führen, und mit weiten Ausblicken belohnt werden. Es gibt lange Abschnitte entlang den Flüssen Tweed und Teviot, die für ihre Lachsfischerei berühmt sind.

Die fünf Städte entlang der Strecke sind alle gut mit dem Bus erreichbar und jede Etappe verfügt über eine direkte Busverbindung zwischen Start und Ziel, wobei die längste Etappe - zwischen Melrose und Kelso - geteilt werden kann. Jede der fünf Etappen endet in einer der Borders-Städtchen mit allen notwendigen Einrichtungen, einschließlich einer Auswahl an Unterkünften.

 

East Highland Way – 134 km – 4 bis 7 Tage

Der East Highland Way ist eine inoffizielle Fernwanderung, die von Fort William nach Aviemore durch die Highlands führt. Die Strecke erstreckt sich über 134 km und ermöglicht eine Verbindung zwischen dem West Highland Way, dem Great Glen Way sowie dem Speyside Way. Nur kurze Abschnitte der Route sind markiert, obwohl ein Großteil des Weges nicht allzu schwierig ist, und ein paar schwierigere, anspruchsvollere Abschnitte vorkommen.

Ein Großteil der Route verläuft auf Forstwegen und auf Fußwegen, wobei einige Abschnitte auch auf Asphalt sind. Entlang des Weges gibt es eine Vielzahl von Wäldern und genügend offene Abschnitte, um herrliche Ausblicke über das zentrale Hochland zu bieten. Die Route führt im Schatten großer Berge, vom Ben Nevis zu Beginn bis zur Creag Meagaidh-Gruppe, und schließlich zu den mächtigen Cairngorms. Es gibt zwei weglose Abschnitte mit Flussüberquerungen, aber eine alternative Route über Nebenstraßen und einen Radweg besteht.

Sowohl der Start als auch das Ziel des Weges - in Fort William bzw. Aviemore - verfügen über eine hervorragende Verkehrsanbindung, sowohl mit Fernbussen als auch mit Bahnverbindung zu den Metropolen Schottlands. Der East Highland Way bietet eine große Auswahl an Unterkünften entlang des größten Teils der Strecke und diejenigen, die planen, wild zu zelten und bereit sind einen Kocher mitzunehmen, sollten ebenfalls viele geeignete Plätze finden.

 

Wandertouren von etwa 1 Woche

In dieser Kategorie sind die bekannten Wanderungen wie der West Highland Way, Speyside Way oder Rob Roy Way. Aber ein paar andere Alternativen sind:

Arran Coastal Way – 109 km – 7 Tage

Arran ist berühmt als "Schottland in Miniatur", und es sollte daher nicht überraschen, dass die Route durchgehend fabelhafte Landschaft und Ausblicke bietet. Der Arran Coastal Way ist eine anspruchsvolle und teils raue Langstreckenroute, die über 109 km größtenteils entlang der Küste der Isle of Arran verläuft. Er passt perfekt in einen einwöchigen Urlaub und die ausgezeichnete Busverbindung rund um die Insel ermöglicht es, die Route in Etappen von vielen Ausgangspunkten auf der Insel aus zu wandern. Auf der Route gibt es Wegweiser mit einem Basstölpel-Logo - gelb für die Hauptroute, rot für alternative Routen.

Die Route beginnt und endet in Brodick, der geschäftigen Hauptstadt von Arran, und hält sich nicht vollständig an die Küste, sondern führt an mehreren Stellen ins Landesinnere. So kann man z.B. mit einem (optionalen) Aufstieg zum Goatfell, dem höchsten Gipfel der Insel und einem atemberaubenden Aussichtspunkt, beginnen. Einige Abschnitte beinhalten zerklüftetes Gelände entlang der Küste, mit weglosen und / oder sumpfigen Abschnitten und einigen Kletterpartien über Steine / Geröll. Das südliche Arran ist vielleicht der schwierigste Teil der Route über Geröll und sehr zerklüftetes Gelände. Es gibt aber auch einfachere Alternativen im Landesinneren, wem die Geröll- & Schotterwege zu hart sind.

Der Arran Coastal Way ist unter den schottischen Fernwanderwegen ziemlich einzigartig, da es auf der Insel Busverbindungen gibt, die den Start und das Ende jeder Etappe verbinden, und auch von vielen Zwischenpunkten aus erreicht werden kann. Dies eröffnet die Möglichkeit, am selben Ort auf der Insel zu übernachten und den Küstenweg abschnittsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fuß zu gehen.

 

Skye Trail – 128 km – 7 Tage

Der Skye Trail ist eine anspruchsvolle inoffizielle Wanderroute, die nur von erfahrenen Bergwanderern in Betracht gezogen werden sollte. Durch einige der schönsten Landschaften der beliebten Insel, folgt die Route einem Großteil der erstaunlichen Trotternish Ridge und führt später im Schatten des Cuillin vorbei. Andere Abschnitte folgen bemerkenswerten, aber wenig besuchten Küstenklippen, führen über steile Pfade, hohe Abhänge oder durch gespenstisch verlassene Dörfer, die während den Clearances zerstört wurden.

Es gibt keine Wegweiser für die Route und viele Abschnitte haben nicht einmal einen Pfad. Einige Strecken sind mit Bachüberquerungen und es gibt anstrengende Abschnitte ohne Auswegen / Alternativen, falls man Probleme bekommt. Deshalb sollte die Wanderung wirklich nur von Personen, die die Verhältnisse einschätzen können, sowie kompetent mit Karte & Kompass unterwegs sind, in Angriff genommen werden.

Die Route beginnt an einem abgelegenen Ort in der Nähe des nördlichsten Teils der Halbinsel Trotternish. Die Start- und Endpunkte der Etappen des Skye Trails werden alle von Bussen angefahren und am Ende ist Broadford, ein größeres Dorf mit einer Auswahl an Hotels und Bed & Breakfast-Einrichtungen. Portree, Sligachan und Broadford sind alle durch die Langstreckenbusse von Citylink sowie durch lokale Busse verbunden.

 

Fife Coastal Path – 183 km – 6 bis 9 Tage

Der Fife Coastal Path verbindet die Flussmündungen des Forth und des Tay und führt über 183 km durch die abwechslungsreichen Landschaften von Fife. Die Route verbindet einige der malerischsten Fischerdörfer Schottlands sowie die Heimat des Golfsports - St. Andrews mit seiner alten Universität. Dazwischen liegen kilometerlange goldene Strände, attraktive Wälder und Naturschutzgebiete. Aber die Route bietet auch jede Menge Geschichte, von den Industriestädtchen Kirkcaldy und Leven, über Getrieberäder der ehemaligen Zechen, Burgruinen bis hin zu den piktischen und prähistorischen Felsbildern in den Wemyss-Höhlen.

Die Route ist gut ausgeschildert und einfach begehbar. Einige Abschnitte können etwas schlammig werden und die Abschnitte zwischen Crail bis St. Andrews (über Kingsbarns) sowie von Balmerino nach Newburgh sind etwas länger und relativ abgelegen. So sind diese etwas anspruchsvoller als der Rest der Strecke.

Da der Fife Coastal Path entlang der Küste verläuft, ist der Großteil des Weges mit Städten und Dörfern abgedeckt, sowohl mit guten Unterkünften als auch an Dienstleistungen. Es gibt gute Busverbindungen in ganz Fife, mit Bussen zu allen Start- und Endpunkten der oben genannten Etappen. Darüber hinaus gibt es mehrere Bahnhöfe über die Route verteilt.

Auf unserer Webseite findet Ihre eine Fife Wanderreise, wo wir die schönsten Etappen verbunden haben und ein tolles Paket anbieten. Hier der Link zur Reise:

 

Wandertouren von über einer Woche

John Muir Way – 212 km – 9 bis 10 Tage

Dieser neue Fernwanderweg erstreckt sich von Küste zu Küste und führt durch die abwechslungsreichen Landschaften quer durch Schottland. Die Route ist nach dem in Dunbar geborenen Naturschützer John Muir benannt, der noch als Junge nach Amerika auswanderte und zum Vater der amerikanischen Nationalparks, sowie zu einer Schlüsselfigur der Naturschutzbewegung, wurde. Der Weg wurde 2014 zum Gedenken an den 100. Todestag von Muir eröffnet.

Die Route führt in Muirs Fußstapfen von Helensburgh an der Westküste - von wo aus er das Schiff bestieg und nach Amerika segelte - zurück zu seinem Geburtsort Dunbar in East Lothian.

Er beginnt mit einer Wanderung über Hügel, um die fabelhaften Landschaften von Loch Lomond zu erreichen. Danach nimmt er die Route des Forth- und Clyde-Kanals auf und folgt dem Treidelpfad durch die Mischung aus Industrie- und Stadtlandschaften im Herzen Schottlands. Gelegentlich gibt es ein paar Abstecher, um wichtige Sehenswürdigkeiten entlang des Antoninuswalls zu besuchen, und folgt schließlich entlang der Küste unter der Forth Bridge weiter nach Edinburgh. Nach der schottischen Hauptstadt geht es wieder an die Küste zurück und führt durch die ländlicheren Landschaften von East Lothian, bevor er schließlich in Muirs Geburtsort Dunbar endet.

Die Route ist gut ausgeschildert und bietet durchgehend eine recht einfache Wanderung mit wenigen, steileren Abschnitten. Dieser neue John Muir Way beinhaltet den Großteil der früheren gleichnamige Route, die East Lothian durchquerte, und ist in der Regel gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Da der Weg durch den Central Belt verläuft, führt er stets durch eine Reihe von Städten und Dörfern, in denen Dienstleistungen und Unterkünfte zur Verfügung stehen.

 

Hebridean Way – 247 km – 8 bis 14 Tage

Die Äußeren Hebriden - auch bekannt als die Western Isles - werden auf dieser einzigartigen 253 km langen Wanderroute durchquert. Die Wanderung beginnt auf der Insel Vatersay und führt über Barra, Eriskay, South Uist, Benbecula, Grimsay, North Uist, Berneray und Harris mit Lewis bis in die Hauptstadt Stornoway.

Die Route zeichnet sich durch abwechslungsreiche Gegenden aus – von herrlichen Stränden mit perfektem weißen Sand, fruchtbaren Graswiesen (Machair), ausgedehnte Torfmoorlandschaften mit glitzernden Seen (Lochans), und Hügel, deren fesselnde Umrisse ihnen eine weitaus größere Statur verleihen, als deren Höhe vermuten lässt. Die Inseln bieten auch eine einzigartige Kultur, da sie die Hochburg der gälischen Sprache sind. Eine weitere Attraktion sind die archäologischen Überreste, die auf den Inseln gefunden wurden - eine Schatzkammer der Vorgeschichte, sowie des Wikingererbes und auch des Crofter-Lebens.

Obwohl der Weg eine maximale Höhe von nur 270m erreicht, sollte er nicht unterschätzt werden. Das Innere der Äußeren Hebriden besteht größtenteils aus Torf, und auf fast allen Etappen gibt es viel sumpfiges Gelände. Obwohl die meisten Etappen gut ausgeschildert sind, gibt es mehrere Abschnitte, die ohne Weg sind, so dass Navigationsfähigkeiten erforderlich sind. Es gibt auch leichtere Wanderungen mit vielen Straßenabschnitten und Sandstränden. Die Inseln sind außergewöhnlich windig, und mit wenig Baumbestand oder Unterschlupf ist ein Großteil der Route schlechtem Wetter ausgesetzt. Man sollte daher sicherstellen, dass man angemessene Kleidung und Ausrüstung dabei hat.

Wer den gesamten Hebridenweg in einer Tour macht, ist dann am Einfachsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchzuführen. Oban - der Fährhafen, der Barra bedient - ist durch Bahn und Bus problemlos mit Glasgow verbunden. Es gibt dann einen lokalen Bus, um den Start auf Vatersay zu erreichen. Die Route endet in Stornoway auf Lewis, von wo aus die Fähre nach Ullapool auf dem Festland zurückkehrt, welches eine gute Busverbindung nach Inverness hat. In Inverness gibt es dann weitere Bus- und Bahnverbindungen für Ihre Rückfahrt. Es gibt jeweils lokale Busse, die den Start- und Endpunkt aller Etappen bedienen.

Obwohl die Inseln eine wachsende Bevölkerung von über 27.000 Menschen haben, gibt es nur wenige Geschäfte und Unterkünfte, und die Route erfordert eine sorgfältige Planung. Insbesondere für diejenigen, die kein Zelt und Kocher mit sich führen möchten. Außerdem ist zu beachten, dass selbst dort, wo es Geschäfte und Cafés gibt, diese wahrscheinlich sonntags geschlossen sind, insbesondere auf Harris und Lewis. Auch viele Cafés und Hotels sind saisonal geöffnet und einige öffnen erst im Mai - erkundigen Sie sich, bevor man sich darauf verlässt.

 

Southern Upland Way – 338 km – 12 bis 15 Tage

Der Southern Upland Way ist Schottlands ursprünglicher Fernwanderweg von Küste zu Küste, welcher an der breitesten Stelle über 341 km von Portpatrick am Atlantik nach Cove an der Nordsee verläuft. Der Southern Upland Way ist durchgehend ausgeschildert und führt über Hügel sowie durchquert Moore, die im Nebel schwierig zu navigieren sein können. Die größte Schwierigkeit ist die Länge einiger Etappen sowie der Mangel an Unterkünften und Einrichtungen. Die längeren Etappen können aber bei Bedarf weiter aufgeteilt werden.

Nach schroffen Klippen durchquert die Route leichtes Weideland, niedrige Moorlandschaften und Wälder, durch die Galloway-Hügel in höheres und offeneres Moorland. Dann geht es ins klassische Borders-Land mit seinen beeindruckenden Hügeln und großen Flüssen, mit seinen schönen Siedlungen Melrose und Lauder, bevor man eine abschließende Wanderung auf den Klippen nach Cocksburnpath unternimmt. Einige Etappen sind sehr lang und die Route eignet sich zum Wildcampen oder zur Nutzung der 5 Bothies auf der Strecke.

Portpatrick verfügt über Busverbindungen in die nahe gelegene Stadt Stranraer, die als Hafen für die Fähren nach Nordirland sowohl mit Fernbussen als auch mit Zügen gut erreichbar ist. Cocksburnpath verfügt über einen lokalen Busservice. Alle Start- und Endpunkte der Etappen haben eine Art Busverbindung (und Sanquhar hat einen Bahnhof). Gelegentlich sind Etappenendpunkte jedoch nur sehr umständlich angebunden, so dass nur wenige Etappen die Möglichkeit bieten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder an den Anfang der Etappe zurückzukehren.

Es gibt Bed & Breakfast-Unterkünfte am Ende jeder Etappe, obwohl einige der Etappen sehr lang sind, was eine Abholung auf halbem Weg empfehlenswert macht. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine der offenen Hütten (Bothy) entlang der Route zu nutzen - das sind unverschlossene Unterstände, die vier Wände und ein Dach bieten, aber keine anderen Einrichtungen haben. Die größte Flexibilität haben diejenigen, die ein Zelt mitnehmen, denn der Southern Upland Way eignet sich sehr gut zum Wildcampen.